Moderne Sklaverei in der Fleischindustrie

SPD Sögel unterstützt Aktion der Gewerkschaft NGG beim Schlachthof Weidemark.

SPD Sögel unterstützt Gewerkschafts-Aktion für höhere Mindestlöhne beim Schlachthof Weidemark: Von links: Martin Hinderks, Silke Helbich, Frank Klaß und Ralf Schröder

Sögel, 29.03.21. Während in Hamburg die dritte Runde der Tarifverhandlungen zwischen der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) und den Arbeitgebern der Fleischwirtschaft stattfand, hat am Montag die NGG und die Faire Mobilität beim Schlachthof Weidemark in Sögel die Beschäftigten über den aktuellen Stand der Tarifgespräche informiert. Einige Mitglieder der Sögeler SPD-Gemeinderatsfraktion und die SPD-Bewerberin für die Bundestagskandidatur Silke Helbich waren auch vor Ort und halfen mit beim Verteilen von Flyern.

“Wir unterstützen die Forderungen der NGG voll und ganz. Das bisherige Angebot der Arbeitgeber von 10 Euro ist inakzeptabel und eine Geringschätzung gegenüber den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die hier einen Knochenjob machen”, stellt Ralf Schröder, SPD-Ratsherr im Gemeinderat klar. Frank Klaß, Kandidat für das Amt des Samtgemeinderbürgermeisters in Sögel, ergänzt: “Ich halte die Forderung von 12,50 € für eine so schwere Arbeit für absolut gerechtfertigt bzw noch für zu niedrig. Viele der Beschäftigten wohnen in unserer Samtgemeinde und verdienen unsere Solidarität.”
Das Interesse der Beschäftigten war groß, viele nahmen die Flyer, die es in verschiedenen Sprachen gab, gerne mit und stellten Fragen.

Am Abend kam dann die Ernüchterung: Nach mehrstündigen Verhandlungen wurden die Gespräche in Hamburg ergebnislos abgebrochen, die Arbeitgeber hatten lediglich 10,50 € angeboten. „Die Arbeitgeberseite hat zum dritten Mal kein ernstzunehmendes Angebot vorgelegt. Die Quittung gibt’s in den nächsten Wochen. Wir werden nun die Beschäftigten in den Betrieben über die Dauer-Blockade der Arbeitgeber informieren und zu Streiks aufrufen. Die Leute waren schon vor der heutigen Tarifverhandlung extrem sauer – die Stimmung in den Betrieben wird sich jetzt noch weiter aufheizen”, so der Vizevorsitzende der NGG, Freddy Adjan.

In zwei Stufen sollen die Mindestlöhne erst auf 12,50 € für alle Beschäftigten und nach kurzer Einarbeitung auf 14 € erhöht werden. Für Facharbeiter soll der Mindestlohn gleich 17 Euro betragen. Außerdem fordert die NGG einen weiteren Tarifvertrag, in dem die Mindestarbeitsbedingungen wie Arbeitszeit, Arbeitszeitkonten, Zuschläge und Urlaub für die rund 160.000 Beschäftigten in der Branche geregelt werden. Diese Regelungen sollen dann für alle Beschäftigten in der Fleischwirtschaft gelten, unabhängig davon, ob ein Arbeitgeber tarifgebunden ist oder nicht.

In den letzten Wochen und Monaten hat die SPD Sögel mehrfach Stellung bezogen gegen die Ausbeutung und für bessere Löhne und mehr Gesundheits- und Arbeitsschutz in der Fleischindustrie. Silke Helbich: “Was bei Weidemark und auch in anderen Schlachthöfen bislang passiert, ist moderne Sklaverei. Dieses System muss abgeschafft werden”.

Hier geht`s zur Pressemitteilung der SPD Sögel vom 14.03.2021:

Die Ausbeutung in den Schlachthöfen ist noch nicht zu Ende

Hier geht`s zur Pressemitteilung der SPD Sögel vom November 2020:
Jeder Mensch verdient sichere, gesunde Arbeitsbedingungen und fairen Lohn