„Als Sozi musste man ein dickes Fell haben“ SPD-Ortsverein Twist ehrt langjährige Mitglieder

In einer Feierstunde haben die Mitglieder des SPD-Ortsvereins Twist die Jubilare des Jahres 2019 für langjährige Mitgliedschaften und Mitarbeit geehrt. Lothar Karock ist seit 60 Jahren, Alfred Tenbergen seit 50 Jahren und Marie-Luise Gaidosch seit 25 Jahren in der Partei.

Für ihre lange aktive Mitarbeit bedankte sich Vereinsvorsitzender Rudi Gaidosch, der die Aktivitäten nicht nur in der SPD ansprach. Lothar Karock ist als junger Mann während einer Anstellung im Ruhrgebiet der SPD beigetreten und war nach seiner Rückkehr nach Twist ein Sozialdemokrat der ersten Stunde. Dass dies nicht immer einfach war, verdeutlichte er mit dem Satz: „Man musste hier als Sozi schon ein dickes Fell haben!“ Der inzwischen 82-Jährige nimmt immer noch an allen Sitzungen und Versammlungen des Ortsvereins teil und setzt sich nach wie vor für die Menschen im Ortsteil Rühlerfeld ein.

Auch Alfred Tenbergen hat die Vorbehalte gegen Sozialdemokraten kennengelernt. Vor vielen Jahren wurde dem Spielkameraden seines Sohnes gesagt, dass man mit Kindern von „Sozen und Evangelen nicht spielt!“. Das hat aber Alfred Tenbergen nicht davon abhalten können, sich ehrenamtlich in der Parteiarbeit, als Mitglied des Gemeinderates und in Vereinen und Gremien zu engagieren: Als langjähriger Geschäftsführer des Fördervereins des Erdöl-Erdgas-Museums, im Touristikverein Twist, im Kirchenvorstand der Nazareth-Kirchengemeinde Twist und bei den „Schippenkerlen“, die sich um Gestaltung und Pflege der Kirche und des Grundstücks kümmern und sich einen über Twist hinaus bekannten Namen gemacht haben.

Marie-Luise Gaidosch ist der SPD vor 25 Jahren beigetreten. Zwar nahm sie schon während ihrer Jugendzeit in Hannover an Veranstaltungen politischer Gruppen teil, Auslöser für ihren Eintritt war aber die Gemeinschaft und der Zusammenhalt im Ortsverein Dortmund-Holzen. Seit einigen Jahren ist sie als stellvertretende Kassenwartin im Ortsvereinsvorstand Twist aktiv.

Auf Wunsch der Jubilare sprach Medienreferent und Studienleiter des Klosters Frenswegen, Uli Hirndorf, über die Notwendigkeit eines sozialen Engagements und geschichtlicher Aufarbeitung unter besonderer Berücksichtigung der Vergangenheit und des Beginns des Zweiten Weltkrieges vor 80 Jahren am 1. September 1939. „Es ist wichtig, sich auch bei Jubilarehrungen mit Themen der Vergangenheit zu beschäftigen, weil die Zeitzeugen weniger werden und geschichtliche Aufarbeitung nicht nur auf wissenschaftlicher Ebene erfolgen kann!“

Lothar Karock, Alfred Tenbergen und Marie-Luise Gaidosch haben als Kinder direkt oder nach dem Krieg die Folgen erlebt. Dies betonte auch die stellvertretende SPD-Vorsitzende Vanessa Gattung in ihrem Grußwort für den Kreisvorstand Emsland. Sie dankte den Jubilaren für die lange Zeite der Zugehörigkeit und Mitarbeit. Gemeinsam überreichten zum Schluss Vanessa Gattung, Anna van der Stad und Rudi Gaidosch den Jubilaren Urkunden, ein kleines Präsent und einen Blumenstrauß. pm